{"id":715,"date":"2023-10-12T20:56:20","date_gmt":"2023-10-12T20:56:20","guid":{"rendered":"https:\/\/stiftung-urmensch-mauer.de\/?page_id=715"},"modified":"2023-10-12T21:02:17","modified_gmt":"2023-10-12T21:02:17","slug":"unmoegliche-organe","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/stiftung-urmensch-mauer.de\/?page_id=715","title":{"rendered":"Unm\u00f6gliche Organe"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Sonntag, 5. November 2023<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>13:00 Uhr<\/strong><br>\u201e<strong>Unm\u00f6gliche Organe<\/strong><br><strong>&#8211; Das Geweih und seine Evolutionsgeschichte<\/strong>\u201c<br>Referentin: <strong><a href=\"https:\/\/www.palaeontologie.geowissenschaften.uni-muenchen.de\/personen\/dozenten\/roessner\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">PD Dr. Gertrud R\u00f6\u00dfner<\/a><\/strong>, Oberkonservatorin f\u00fcr fossile S\u00e4ugetiere Bayrische Staatssammlung f\u00fcr Geologie und Pal\u00e4ontologie, M\u00fcnchen<\/p>\n\n\n\n<p>Geweihe sind der markante Kopfschmuck der Hirsche, der von jeher den Menschen beeindruckt habt. Dar\u00fcber hinaus sind sie ein nachwachsender Rohstoff, der in vielf\u00e4ltiger Weise bis heute genutzt wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Biologisch gesehen handelt es sich bei Geweihen um regenerierbare, paarige, kn\u00f6cherne Ausw\u00fcchse des Sch\u00e4dels, die innerhalb k\u00fcrzester Zeit zu komplexen verzweigten Strukturen mit teilweise enormen Ausma\u00dfen heranwachsen, nur um dann abgeworfen und sofort wieder neu gebildet zu werden. Dieser Zyklus aus Absterben, Abwurf und Regeneration ist das einzige Beispiel kompletter und regelm\u00e4\u00dfiger Organregeneration innerhalb der S\u00e4ugetiere und eines der bemerkenswertesten biologischen Ph\u00e4nomene innerhalb der Wirbeltiere. Die den Geweihzyklus steuernden physiologischen Prozesse und Mechanismen sind nicht nur \u00e4u\u00dferst komplex, sondern auch mit klimatischen Besonderheiten und dem Sozialverhalten der jeweiligen Art gekoppelt. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Gruppe der Hirsche ist vor ca. 20 Millionen Jahren entstanden. Die Form und Gr\u00f6\u00dfe der Ur-Hirsch-Geweihe unterscheidet sich stark von denen der modernen Geweihe. Lange wurde deshalb angenommen, dass die Gruppe der Hirsche den Geweihzyklus allm\u00e4hlich entwickelt hat und die ersten Hirsche permanente Geweihe trugen. Eine aktuelle Studie, die sich in der Mikrostruktur des Geweihknochengewebes der \u00e4ltesten Geweihe auf die Suche nach diesen Evolutionsschritten machte, kam aber zu einem v\u00f6llig unerwarteten Ergebnis: Wachstumsmuster und Abbauprozesse aller Ur-Hirschgeweihe gleichen den modernen Geweihen. Diese Ergebnisse belegen, dass die prim\u00e4ren Prozesse und Mechanismen des Geweihzyklus nicht sukzessive erworben wurden, sondern von schon immer fundamental waren. Damit muss die Frage, warum Hirsche den energiekostspieligen Weg gehen und ihre Geweihe regelm\u00e4\u00dfig abwerfen und wieder bilden, anders als bisher beantwortet werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sonntag, 5. 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