Homo habilis – der Mensch als Handwerker

Vortragsreihe der Stiftung Urmensch von Mauer am Samstag, 7. November 2026

Seit Urzeiten ist der Mensch Handwerker, Werkzeugschaffer und Künstler. Schon unsere frühen Vorfahren mussten sich mit den Herausforderungen ihrer Umwelt auseinandersetzen. Klimaveränderungen, neue Lebensräume und die Entwicklung immer ausgefeilterer Techniken prägten ihre Lebensweise und eröffneten neue Möglichkeiten.

Unter dem Titel „Der Urmensch als Handwerker – Homo habilis“ lädt die Stiftung Urmensch von Mauer auch in diesem Jahr zu einem abwechslungsreichen Tag mit Vorträgen, einer Ausstellung, einem Workshop und gemeinsamen Gesprächen ein.

Als Referenten konnten wir erneut ausgewiesene Spezialisten aus der Urmenschenforschung gewinnen. Prof. Dr. Nicholas Conard, Dr. Sibylle Wolf und Dr. Benjamin Schürch von der Universität Tübingen geben Einblicke in die Lebenswelt, die Fähigkeiten und die materiellen Hinterlassenschaften unserer frühen Vorfahren.

Ergänzt wird das Programm durch die Wanderausstellung „Urformen“, durch die der Elfenbeinschnitzer Bernhard Röck führen wird. Anschließend besteht mit der Künstlerin Angela Wagner die Möglichkeit, selbst kreativ zu werden und eine eigene Schutzfigur aus Ton zu gestalten.

Das Programm

09:30 Uhr – Ankommen

10:00 Uhr – Begrüßung
Dr. Cornelia Sussieck

10:15 Uhr – Führung durch die Ausstellung „Urformen“
Bernhard Röck

11:00 Uhr – Vortrag: „Zwischen Jagd, Werkzeugen und Landschaft – Homo heidelbergensis und Neandertaler in Mitteleuropa“
Prof. Dr. Nicholas Conard

12:15 Uhr – Mittagspause
Für das leibliche Wohl ist gesorgt.

13:15 Uhr – Workshop: „Formen Sie Ihre eigene Schutzfigur aus Ton“
Angela Wagner

14:30 Uhr – Vortrag: „Kunst, Schmuck und Malerei – Michelangelos der Altsteinzeit“
Dr. Sibylle Wolf

15:30 Uhr – Pause

16:00 Uhr – Vortrag: „Werkzeuge und Waffen des Urmenschen“
Dr. Benjamin Schürch

17:00 Uhr – Schlussworte
Dr. Cornelia Sussieck

17:30 Uhr – Ende der Veranstaltung

Wir freuen uns auf einen spannenden und abwechslungsreichen Tag mit Ihnen und auf interessante Gespräche über die Welt unserer frühen Vorfahren.

Veranstaltungsort

Antoniushof
Hauptstraße 77
69257 Wiesenbach

Parkmöglichkeiten

150 Meter östlich in der Hauptstraße beim Bolzplatz gibt es einen Wanderparkplatz mit ausreichend Parkraum.

Bushaltestelle

„Löwen“, Wiesenbach (Baden): Linien 737 und 754 (fast vor dem Haus)

Tagungspauschale

29,00 Euro pro Person (eingeschlossen: Mittagessen, ein Getränk, Pausenbewirtung, Kaffee, Ton für die Figuren)

Bitte melden Sie sich hier an: https://sussieck.org/

Bitte überweisen Sie den Tagungsbeitrag von 29,00 Euro auf das Konto der Stiftung Urmensch von Mauer bei der
Volksbank Neckartal, IBAN: DE70672917000031089107
Betreff: Vortragsreihe 2026

Nach Eingang des Geldes erhalten Sie das Eintrittsticket mit Ihrem Zugangscode per Email.

Unsere Mitwirkenden

Bernhard Röck

Elfenbeinschnitzer und freischaffender Künstler

Bernhard Röck studierte Industriedesign an der Fachhochschule für Gestaltung in Pforzheim und ist seit 1979 als freischaffender Künstler mit eigener Werkstatt tätig. Als Elfenbeinschnitzer wurde er 1983 mit dem ersten Preis eines internationalen Wettbewerbs des Deutschen Elfenbeinmuseums in Erbach ausgezeichnet. Seit Oktober 2022 präsentiert er die Wanderausstellung „Urformen – Figürliche Eiszeitkunst Europas“, die einen Einblick in die faszinierende Welt der eiszeitlichen Kunst gibt. Im Rahmen der Veranstaltung führt er durch die Ausstellung.

Prof. Dr. Nicholas Conard

Professor für Ältere Urgeschichte und Quartärökologie an der Universität Tübingen

Nicholas Conard ist seit 1995 Professor für Ältere Urgeschichte und Quartärökologie an der Universität Tübingen und wissenschaftlicher Direktor des Museums für Urgeschichte und Eiszeitkunst in Blaubeuren. Seine Forschung beschäftigt sich mit der frühen Menschheitsentwicklung und den kulturellen Leistungen unserer Vorfahren. Er leitete zahlreiche Ausgrabungen in Europa, Südwestasien und Afrika und ist eng mit bedeutenden Forschungsprojekten zur Altsteinzeit verbunden, darunter den Untersuchungen in Schöningen. Seine Arbeiten tragen wesentlich zum Verständnis der Lebenswelt, der Werkzeugtechnologie und des Verhältnisses früher Menschen zu ihrer Umwelt bei.

Dr. Sibylle Wolf

Eiszeitarchäologin und wissenschaftliche Koordinatorin am Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment

Dr. Sibylle Wolf arbeitet am Arbeitsbereich Ältere Urgeschichte und Quartärökologie der Universität Tübingen und koordiniert wissenschaftlich das Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment. Ihre Forschungsschwerpunkte sind die Eiszeitarchäologie und die Wechselwirkungen zwischen Mensch und Umwelt. Besonders beschäftigt sie sich mit der Verarbeitung von Mammutelfenbein, Knochen und Geweih, mit Schmuck und eiszeitlicher Kunst sowie mit der Herstellung und Nutzung steinzeitlicher Artefakte. An der Konzeption der Wanderausstellung „Urformen – Figürliche Eiszeitkunst Europas“ war sie ebenfalls beteiligt.

Angela Wagner

Keramikerin und Diplom-Psychologin

Angela Wagner verbindet handwerkliche Kreativität mit ihrem Interesse an frühen Kulturen, archaischen Ritualen und Heilmethoden. Schon während ihrer Ausbildung und ihres Studiums beschäftigte sie sich intensiv mit der Arbeit mit Ton. Ihre besonderen Interessen gelten archaischen Gefäßen, Tierdarstellungen und traditionellen Brenntechniken. Sie hat zahlreiche Keramikworkshops im In- und Ausland besucht und arbeitet in ihrem eigenen Keramikatelier im Antoniushof in Wiesenbach. Bei der Veranstaltung lädt sie die Teilnehmenden dazu ein, selbst kreativ zu werden und eine eigene Schutzfigur aus Ton zu gestalten.

Dr. Benjamin Schürch

Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Ur- und Frühgeschichte der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Dr. Benjamin Schürch ist Archäologe mit einem Schwerpunkt auf der Steinzeitarchäologie und der Untersuchung steinzeitlicher Fundplätze. An der Universität Tübingen promovierte er mit einer Arbeit zur Fundstelle Vogelherd, in der er sich mit Steingerätetechnologie, Rohmaterialien und Stratigraphie beschäftigte. Zuvor untersuchte er unter anderem steinzeitliche Freilandfundstellen auf der Blaubeurer Alb. Nach seiner Tätigkeit als Kustos des Archäoparks Vogelherd und als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Tübingen arbeitet er seit Oktober 2025 am Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Erlangen-Nürnberg. Sein Vortrag widmet sich den Werkzeugen und Waffen früher Menschen.